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KALLMANN, Robert

1908 - 1991

laeu-Kallmann - Der Weg laeu-Kallmann - Paar
laeu-Kallmann- Regentag im Atelier

Kallmann im Atelier - sein Lebenswerk wird im KALLMANN- MUSEUM, einem Stiftungsmuseum, in Ismaning bei München betreut. 1990 begann der Bau des Kallmann-Museums, dessen Vollendung der Künstler nicht mehr miterlebte.

HANS JÜRGEN KALLMANN 
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1908 in Wollstein/Posen, gest. 1991 in Pullach im Isartal. Aufgewachsen in Halle/S wo er zunächst acht Semester Medizin studierte. Gleichzeitig bildete er sich künstlerisch als Autodidakt weiter und arbeitete ab 1930 als freischaffender Maler in Berlin. Im Alter von 22 Jahren gelang es ihm, den führenden Vertreter des deutschen Impressionismus, Max Liebermann, zu porträtieren. Aus dieser Begegnung entwickelte sich ein länger andauernder Kontakt der beiden Künstler. In dieser Zeit malte er auch Käthe Kollwitz, Ernst Barlach und Chris- tian Rohlfs. 1937 wurde er als entarteter Künstler mit Ausstellungsverbot belegt. Während der Kriegsjahre lebte der Künstler unter schwie- rigen Bedingungen in Berlin; von 1945-48 ging er nach Tarrenz/Tirol. Schlagartig bekannt wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Veröffentlichung seiner Pastellzeichnung eines Schimmelfohlens in der „Neuen Zeitung“. Die Redaktion erhielt daraufhin 10.000 Leser- briefe, an Kallmann persönlich schrieben fast 2.000 Menschen. 1948 berief man Kallmann an die Kunstakademie in Caracas/Venezuela, an der er drei Jahre lang lehrte. Der Künstler kehrte 1952 nach Deutschland zurück und lebte und arbeitete seitdem als freischaffender Künstler in Pullach bei München als Bildnismaler. 1956 porträtierte er Theodor Heuss in der Villa Hammerschmidt in Bonn. Auch Konrad Adenauer, Otto Hahn, Ernst Jünger, Konrad Lorenz, Carl Orff, Papst Johannes XXIII. u.a. bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens saßen dem Künstler Modell.
Auszeichnungen: 1935 Rompreis der Berliner Akademie der Künste; im selben Jahr war er der letzte deutsche Preisträger der US- Abraham-Lincoln-Stiftung; 1973 Bayerischer Verdienstorden und 1977 Goldene Medaille der Humboldt-Gesellschaft für Wissenschaft, Kunst und Bildung. 1990 Großes Bundesverdienstkreuz.
Literatur: Katalog: Hans Jürgen Kallmann, Köln, Kölnischer Kunstverein 1947; Horst Kelller: Gerda Haddenhorst: Hans Jürgen Kallmann. Was ist aus ihm geworden?, München 1978; Hans Jürgen Kallmann: Der verwundbare Stier, München 1980; Hans Jürgen Kallmann: Menschengesichter, München 1983; Kat.: Hans Jürgen Kallmann, München, Galerie Wolfgang Ketterer, 1988; Kat. Zeitgeschichte im Porträt, Ismaning, Kallmann-Museum, 1998; KUNST-aktuell Nr. 4/2006.

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