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BOHLEY, Bärbel

1945 - 2010

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Bärbel Bohley
Sie wurde am 24. Mai 1945 in Berlin geboren. Nach dem Abitur 1963 absolviert sie eine Ausbildung als Industriekauffrau und arbeitet als Einkäuferin bei VEB Starkstromanllagenbau, später im VEB Robotron in der Berufsausbildung.
Ab 1969 studiert sie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Malerei/Grafik mit Diplomabschluss 1974. 1970 wird ihr Sohn Anselm geboren. Ab 1974 lebt sie als freischaffende Künstlerin in Berlin. Sie beteiligt sich an Ausstellungen; Einzelausstellungen u.a. in Magdeburg, Berlin, Leipzig. 1980 erhält sie den Förderpreis des Staatlichen Kunsthandels der DDR. Ab 1979 war sie in der Sektionsleitung Malerei des Verbandes Bildender Künstler Berlin (VBK). 1982 initiierte sie die unabhängige Initiativgruppe Frauen für den Frieden wird sie ein Jahr später aus der Sektionsleitung ausgeschlossen. Ab Mitte der 1980er Jahre setzt sie sich für die Durchsetzung der Rechte wie Meinungs-, Reise- und Versammlungsfreiheit ein und gründet die Initiative Frieden und Menschenrechte mit. 1983 wird sie wegen angeblicher "landesverräterischer Nachrichtenübermittlung" verhaftet und aufgrund internationaler Solidarität nach sechs Wochen aus der Haft entlassen. Danach erhielt sie keine staatlichen Aufträge mehr, darf ihre Werke nicht mehr öffentlich ausstellen. 1988 wird sie im Zusammenhang mit den Ereignissen um die Demonstration zum Jahrestag der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Lieb- knecht von der Staatssicherheit verhaftet und direkt aus dem Gefängnis Hohenschönhausen zu einem Zwangsaufenthalt über die Bundesrepublik nach England abgeschoben. Nach sechs Monaten erzwingt sie sich ihre Rückkehr in die DDR. 1989 ist Bäbel Bohley Mitverfasserin des Gründungsaufrufes "Die Zeit ist reif" der Bürgerbewegung Neues Forum. 1990 wird sie als Abgeordnete des Neuen Forum in die Ostberliner Stadtverordnetenversammlung gewählt. 1990 besetzt sie zusammen mit anderen Aktivisten, unter dem Motto "Die Akten gehören uns!" die Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstrasse. Diese Aktion führt zur gesetzlich geregelten Einsicht in die Stasi-Unterlagen. 1992, nachdem sie ihre Stasi-Akte eingesehen hat, beschuldigt sie den PDS- Fraktionschef im Bundestag, Gregor Gysi, der inoffiziellen Mitarbeit im MfS. Gysi war während ihrer Haft 1988 einer ihrer Rechtsanwälte. 1994 tritt Bärbel Bohley als Spitzenkandidatin für das Neue Forum zur Europawahl an.1996 beteiligt sie sich an der Gründung des Vereins ‘Bürgerbuero e.V.’ in Berlin, dem sich unter anderem die Politiker Helmut Kohl, Rudolf Scharping, der damalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis und Wolf Biermann anschlossen. Der Verein will denjenigen helfen, die durch Willkürakte der DDR fortdauernd geschädigt sind. Seit 1996 lebt und arbeitet sie vorwiegend im ehemaligen Jugoslawien.Von 1996 bis 1999 arbeitet sie im OHR (Office of The High Representative), der nach dem Dayton-Friedensabkommen von 1995 als obersten Souverän eingesetzte Internationalen Friedensbehörde für Bosnien-Herzegowina in Sarajevo. Sie organisiert ein Aufbauprogramm für im Bosnienkrieg zerstörte Häuser und den Zusammenschluss aller regionalen Flüchtlingsorganisationen. 2006 organisiert Bärbel Bohley das Projekt ‘Zisternen’ für die Versorgung Bedürftiger in Bosnien mit Trinkwasser als Voraussetzung zur Rückkehr aus den Flüchtlingslagern und  für die Normalisierung des Lebens.

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